Auch im zweiten Anlauf wurde es nichts. Marko Tesch, Stadtratskandidat der Linken, verfehlte auch in der zweiten BVV deutlich die erforderliche Mehrheit. Für Tesch votierten nur 17 Bezirksverordnete, 35 sprachen sich in geheimer Wahl gegen ihn aus. Dass das Bezirksamt unter Leitung von Bezirksbürgermeister Oliver Igel arbeitsfähig ist, hat es in den vergangenen Wochen auch ohne den zweiten Stadtrat der Linken bewiesen. Der Bereich Jugend verbleibt bis zur Wahl des letzten Stadtrates bei der stv. Bezirksbürgermeisterin Ines Feierabend.
Innerhalb der SPD-Fraktion gab es mitunter erhebliche Bedenken gegen den
Stadtratskandidaten der Linken. „Marko Tesch hat die SPD-Fraktion in
den Gesprächen mit uns keineswegs überzeugen können. Insbesondere sein
heftiges Zerwürfnis mit dem Jugendamt, das Tesch selbst bis in die
vergangenen Woche hinein anerkannt hat, sowie sein zögerlicher Umgang in
der aktuellen Konfliktsituation, waren Gründe, die viele meiner
Kolleginnen und Kollegen zweifeln ließen“, so Matthias Schmidt,
Fraktionsvorsitzender der SPD. „Gleichwohl erkennen wir das gesetzliche
Vorschlagsrecht der Linken uneingeschränkt an. Genauso offen und
vorurteilsfrei wie wir dem Kandidaten Tesch gegenüber waren, würden wir
auch einer neuen Kandidatin der Linken gegenüber treten. Es ist jedoch
nicht unsere Aufgabe, uns in die internen Abstimmungsprozesse der Linken
einzumischen.“
Alexander Freier, der designierte Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses
ergänzt: „Einerseits müssen sehr gute Gründe vorliegen, einen
demokratisch legitimierten Kandidaten einer anderen Partei nicht zu
wählen. Andererseits hatten wir das Wohl der Kinder und Jugendlichen im
Auge zu behalten. Wir haben uns unsere Meinungsfindung nicht leicht
gemacht und haben in unserer Fraktion offen – auch mit Marko Tesch –
diskutiert. “ Dass der Fraktionsvorsitzende der Linken Herr Wohlfeil,
sich schwer tat, dies anzuerkennen und die Schuld der Zählgemeinschaft
zuschob, mag an der heftigen Enttäuschung über seine eigene Fraktion
liegen.
Für wichtige Aufgaben im Bereich des Jugendamtes, die von Teschs
Vorgänger im Amt, Dirk Retzlaff, eingeleitet wurden, gilt es Kurs zu
halten. „Die Jugendarbeit ist ein zu wichtiges Feld, um sie unter
Parteiengezänk leiden zu lassen“, sagt Grit Rohde, die jugendpolitische
Sprecherin der SPD-Fraktion. „ Wir sind zuversichtlich, dass aufgrund
der Arbeitsteilung im Bezirksamt der Jugendbereich nicht leidet.
Gleichzeitig haben wir die Hoffnung, demnächst eine geeignete Kandidatin
wählen zu können.“
Matthias Schmidt
Fraktionsvorsitzender
Tel.: 0179 / 664 3442
Email:
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Alexander Freier
Tel.: 0176/64097994
E-Mail:
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Grit Rohde
Tel.: 0163/8791801
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