Erinnerung an Anton Schmaus

Pressemitteilung als PDF

Anlässlich des 100. Geburtstages von Anton Schmaus, eines Opfers der Köpenicker Blutwoche, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Oliver Igel:

Die Nationalsozialisten begannen ihre Diktatur in Deutschland mit Terror. Die Köpenicker Blutwoche im Juni 1933 ist dafür ein Beispiel. Gegner der Nazis - seien es Christen, Kommunisten oder Sozialdemokraten - wurden in der Köpenicker Blutwoche in einem blutigen Spektakel gefangen genommen, grausam gefoltert und getötet.

 

Eines der Opfer war Anton Schmaus. Am 19. April wäre er 100 Jahre alt geworden. Dass er dieses Alter nicht mehr erreichen konnte, lag an dem Nazi-Terror, dem er zum Opfer fiel.

Schmaus, ein gelernter Zimmermann, war in München geboren worden. Er gehörte der Sozialistischen Arbeiterjugend, der SPD und der Reichsbannerjugend an. Die Familie Schmaus war in Köpenick als Nazi-Gegner bekannt. Vater Johannes Schmaus war Gewerkschaftsfunktionär und SPD-Politiker. Am Mittag des 21. Juni 1933 überfielen SA-Leute die Wohnung der Familie Schmaus, fanden Vater und Sohn jedoch nicht vor. Am Abend kamen die SA-Leute erneut. Anton Schmaus wehrte diesen erneuten Übergriff mit seiner Waffe ab, drei SA-Leute starben durch seine Waffe. Schmaus floh, stellte sich dann aber der Polizei. SA-Leute versuchten, Schmaus bei der Polizei in ihre Hände zu bekommen. Bei einem Gerangel traf Anton Schmaus ein Schuss, der ihn schwer verletzte.

Sein Vater Johannes wurde von der SA am 22. Juni 1933 im Stall seines Hauses erhängt.

Anton Schmaus wurde von der SA weiter gefoltert und starb schließlich an den Folgen am 16. Januar 1934. Er wurde nur 23 Jahre alt.

Ohne den Nazi-Terror 1933 hätte Anton Schmaus heute noch leben können. Er ist für uns eine Mahnung vor Diktatur und Terror. Dies gilt umso mehr, als mit der Präsenz der NPD in der BVV Treptow-Köpenick die nationalsozialistische Diktatur verharmlost und der Krieg verherrlicht wird. Deshalb ist die Erinnerung an die Opfer und Schicksale zur Nazi-Zeit in unserem Bezirk wichtig. Es bleibt unsere Aufgabe, dies nicht dem Vergessen preiszugeben.

Im Juni wird es wieder eine Erinnerungsveranstaltung an die Köpenicker Blutwoche geben. Das Grab von Anton Schmaus befindet sich auf dem Parkfriedhof Marzahn. In Neukölln erinnert mit dem "Anton-Schmaus-Haus" die Sozialistische Jugend Deutschlands, die Falken, in ihrer größten Berliner Jugendeinrichtung an das Opfer der Blutwoche.

Kontakt:
Oliver Igel, Fraktionsvorsitzender
Telefon: 0175/ 4105129