Eine leistungsfähige und neue Mittelpunktbibliothek für Treptow

Stand: Mai 2009 | Positionspapier als PDF

Die SPD-Fraktion in der BVV Treptow-Köpenick setzt sich dafür ein, dass die Region Treptow einen leistungsfähigen, gut erreichbaren Standort für eine Mittelpunktbibliothek erhält, die sich durch längere Öffnungszeiten und einen höheren Etat für Neuanschaffungen auszeichnet.

Die finanzielle Situation Berlins und damit auch des Bezirks hatte das Bezirksamt dazu gezwungen, einen Bibliotheksentwicklungsplan zu erstellen, der im Februar 2008 von der BVV verabschiedet wurde. Dieser Plan sieht eine Straffung des bibliothekarischen Angebots in Treptow-Köpenick vor, da die vielen Standorte nicht mehr zu finanzieren waren. Die vielen Standorte gingen zu Lasten der Qualität: geringe Öffnungszeiten – in manchen Bibliotheken nur drei Tage in der Woche – oder wenig Geld, um in den einzelnen Einrichtungen mit Neuanschaffungen auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Im Frühjahr 2008 musste die Stadtteilbibliothek in der Schnellerstraße geschlossen werden. Im November wurde in der Altstadt die Mittelpunktbibliothek Köpenick eröffnet, einhergehend mit der Schließung von drei Bibliotheksstandorten. Das bedeutete jedoch keine Verschlechterung des bibliothekarischen Angebots, denn die neue Bibliothek liegt zentral und vereinigt die Bestände der geschlossenen Einrichtungen. Sie ist an sechs Tagen in der Woche insgesamt 51 Stunden geöffnet. Für die Region Treptow ist eine ähnliche Straffung vorgesehen. Für die dann zu schließenden Bibliotheken in Baumschulenweg, Oberschöneweide und Johannisthal gilt es, für die kompensierende Mittelpunktbibliothek Treptow einen Standort zu finden, der diesen Namen verdient, also von überall gut zu erreichen ist. Im Vorfeld der Verabschiedung des Bibliotheksentwicklungsplans war vielen der Beteiligten klar, dass dieser zentrale Ort nur Schöneweide sein kann, also in der Mitte des Teilbezirkes gelegen und durch S-Bahn, Bus und Straßenbahn, mit dem Rad und fußläufig gut zu erreichen.

Ein geeignetes Grundstück zu finden war nun die Aufgabe, möglichst in der Nähe zum S-Bahnhof  Schöneweide gelegen. Eine Aufstockung des Einkaufszentrums am Bahnhof bzw. die Nutzung des Bahnhofsvorplatzes mussten nach einer Prüfung verworfen werden. Die in der Nähe befindliche Alte Feuerwache (im Bezirksbesitz) geriet nun in den Fokus. Das Bezirksamt ließ den Gebäudekomplex und das Grundstück im Hinblick auf eine Eignung prüfen. Dazu wurden drei Varianten ausgearbeitet. Das Ergebnis: Das Anwesen ist geeignet, eine der Varianten wird favorisiert.

Die SPD-Fraktion hat den Vorschlag des Bezirksstadtrates für Bildung, Bürgerdienste und Sport geprüft, diskutiert und sich für diesen Standort ausgesprochen. Die Eignung des Anwesens und die zentrale Lage mit seiner relativ guten Erreichbarkeit waren die Hauptkriterien der Zustimmung. Überdies kann auf diese Weise ein historisch wertvolles Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden, wofür außerdem Finanzzuschüsse der EU gewährt werden, die die Kosten für die Mittelpunktbibliothek senken – ein nicht unwichtiger Aspekt bei der gegenwärtigen Finanzlage in Stadt und Bezirk.

Wir wissen natürlich, dass bei den Standortüberlegungen vor Jahren auch Johannisthal eine Rolle gespielt hat. Durch die Verabschiedung des Bibliotheksentwicklungsplanes und die partielle Nutzung eines vorhandenen Gebäudes (in Johannisthal war ein Neubau geplant) sowie die Veränderung der sozialen Randbedingungen haben sich die Voraussetzungen, die seinerzeit für Johannisthal gesprochen haben, geändert. Das bedeutet aber nicht, dass sich nicht auch das Rathaus Johannisthal künftig mit neuen Angeboten weiter entwickeln kann. Als Standort für eine Mittelpunktbibliothek Treptow erweist sich jedoch die Alte Feuerwache als die bessere Variante.

 Mai 2009