Die Erweiterung der A 100 muss kommen!

Stand: Mai 2009 | Positionspapier als PDF

Berlin ist zusammengewachsen, aber an der Struktur des Hauptstraßennetzes sind die Folgen der Teilung noch sichtbar. Die Situation im Berliner Südosten: Der Verkehr macht weite Umwege und nimmt Wege durch Stadträume, die dafür nicht geeignet sind. Sehr viele Menschen sind von Lärm und Luftschadstoffen betroffen. Um diesen Menschen mehr Lebensqualität zu bieten, den Verkehr besser zu kanalisieren und die wirtschaftliche Entwicklung im Ostteil von Berlin zu verbessern, halten wir die Erweiterung der A 100 im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen für den besten Weg.

 

Wir brauchen die Erweiterung der A 100 bis zur Frankfurter Allee, weil sie

§         Verkehrsströme bündeln wird (erwartete Verkehrsabnahme im Südostraum Berlins um bis zu 18 %),

§         den Verkehr aus vielen Wohnstraßen zukünftig aufnehmen wird und damit die Gesamtbelastung der Bevölkerung durch den  Kfz-Verkehr verringern wird (Prognose: Begünstigte durch Verkehrsabnahme ca. 60.000 Anwohner, Betroffene durch Verkehrszunahme ca. 6.000 Anwohner),

§         wichtig ist für die wirtschaftliche Entwicklung von Berlin.

Mit dem Weiterbau der A 100 werden neue Radwege entlang der Trasse gebaut, die wichtig und gut für das Berliner Radverkehrsnetz sind.

Als Ausgleich für den Eingriff in die Umwelt werden etwa 650 Bäume neu gepflanzt und neue Grünflächen geschaffen, zum Beispiel die Grünverbindung Görlitzer Bahndamm. Die Eingriffe in die Natur werden damit vollständig kompensiert.

Die Eigentümer der zukünftigen Autobahntrassen werden entschädigt.

Stadtautobahnen sind ein starker Einschnitt in die Stadtstruktur und Lebensräume, sie sind daher so verträglich wie möglich zu bauen. Das rot-grüne Bundeskabinett hat daher 2003 den aktuell teuersten Autobahnabschnitt Deutschlands von Neukölln bis zur Straße Am Treptower Park in den Bundesverkehrswegeplan eingestellt; ein Großteil der Summe ist für Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen. Diese Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner sind uns wichtig, sie sind uns die hohen Baukosten wert.

Auch wenn die A 100-Verlängerung insgesamt deutlich mehr Entlastung bringt, wird sie in einigen Bereichen von Alt-Treptow und Plänterwald zu einer höheren Belastung der Anwohner führen. Wir wollen auch aus diesem Grund, dass der Bereich um die Karl-Kunger-Straße als Sanierungsgebiet festgesetzt wird.

Von der Puschkinallee bis zum Adlergestell wird der Verkehr sehr stark abnehmen. Damit einhergehend wollen wir eine verkehrsberuhigende Straßenraumneugestaltung auf der B 96a und somit nicht mehr notwendige Fahrspuren für andere Nutzungen gewinnen (von 3- auf 2-Spurigkeit, neue Radwege, Grünfläche, Stellplätze, usw.).

Der Bau von Autobahnen unterliegt in unserem Land einem langwierigen, demokratischen Prozess mit Bürgerbeteiligung und Abwägung. Politik und Verwaltung begleiten das Vorhaben kritisch, es wird in der Gesamtheit positiv gewertet und den Berliner Südosten verkehrlich entlasten.

Mai 2009

 

DATENÜBERSICHT  ZUR   ERWEITERUNG  DER  A 100: AD Neukölln bis Am Treptower Park

geplante Terminkette für den Abschnitt A100 bis Am Treptower Park:

 Planfeststellungsbeschluss: 2. Quartal 2010

Baubeginn:                                     1. Quartal 2011

Verkehrsfreigabe:                        2017

Verlauf /Anschlussstellen / Auslastung:

 Länge: 3,2 km Erwartete Kfz pro Tag: 60.000             Kosten: ca. 420 Mill. €

HAS Grenzallee – Tunnellage bis Neuköllnische Allee – AS Sonnenallee – Troglage: Unterquerung der Stadtbahn, Dieselstraße, Kiefholzstraße, Ringbahn – AS Am Treptower Park

Auswirkungen auf benachbarte Straßenzüge, Prognosen:

Abschnitt

Planungsnullfall

(kein Weiterbau A100)

(Kfz/Tag)

16. Bauabschnitt: A100 bis

Am Treptower Park (Kfz/Tag)

17. Bauabschnitt: A100 bis

Frankfurter Allee (Kfz/Tag)

Puschkinallee

(Bulgarische Straße - Elsenstraße)

21.600

10.500

6.100

Elsenstraße   (Kiefholzstr. - Am Treptower Park)

28.500

17.500

20.700

Am Treptower Park

(Puderstr. - Bulgarische Straße)

21.900

9.100

17.000

Bulgarische Straße

15.400

4.000

1.000

Köpenicker Landstraße

(Bulgarische Str. - Dammweg)

35.700

11.600

17.100

Dammweg

(Sonnenallee - Kiefholzstr.)

20.300

10.300

8.000

Aus: Planfeststellungesunterlagen BAB A 100, 16. BA, bei Zweirichtungsverkehr Straße Am Treptower Park zwischen Elsenstraße und Eichenstraße

ZUM VERGLEICH:

Beispiele für eingetretene Verkehrsentlastungen nach Fertigstellung der A 113 (neu):

 

Abschnitt

Verringerung

Kfz / Tag um

Verringerung

Lkw / Tag um

Adlergestell

(südlich der Köpenicker Straße)

23%

41%

Am Seegraben

 (A113 alt: Abschnitt Richtung Stadtgrenze)

39%

38%

Am Seegraben

(A113 alt: Abschnitt Richtung Adlergestell)

28%

29%

Schönefelder Chaussee (südlicher Abschnitt)

40%

30%

Aus: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/  Verkehrszählungen März/April 2008 und Sept. 2008