Kinderschutz in Berlin und in Treptow-Köpenick

Die SPD-Fraktion Treptow-Köpenick veranstaltete am 08.02.2010 im Bürgerhaus Altglienicke im Rahmen der Reihe „Fraktion im Kiez“ einen Info-Abend und gab den Bürgern die Möglichkeit, sich mit kompetenten Gesprächspartnern über das Thema Kinderschutz auszutauschen.
Kinderschutz
Frau Sandra Scheeres (jugend- und familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus Berlin) stellte das „Gesetz zum Schutz und Wohl des Kindes“ vor, das im Dezember 2009 vom Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde.
Ziel des Gesetzes ist es, allen Kindern eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Außerdem soll die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Einrichtungen und entsprechenden Einrichtungen freier Träger verbessert werden, um so den Kinderschutz effizienter gestalten zu können.
Unter anderem erhalten zukünftig alle Kinder nach der Geburt eine Screening-ID, durch die es dem Staat ermöglicht wird, stets darüber informiert zu sein, ob das Kind zu den obligatorischen Früherkennungsuntersuchungen erscheint.
Sollten es die Eltern versäumen, ihre Kinder zu den Untersuchungen zu bringen, erhalten sie vom Land Berlin eine Einladung für ein Informationsgespräch. Wenn nötig macht das Gesundheitsamt des zuständigen Bezirks einen Hausbesuch und bespricht die Situation mit den Eltern und alarmiert gegebenenfalls das Jugendamt, sollte eine Kindeswohlgefährdung vorliegen.

Frau Barbara Stark (Koordinatorin Kinderschutz, Bezirksamt Treptow-Köpenick) stellte das Netzwerk Kinderschutz im Bezirk vor, das durch das neue Gesetz entstand.
Das Netzwerk trägt dazu bei, dass insbesondere Eltern, die sich von ihren elterlichen Pflichten überfordert fühlen, früh durch das Bezirksamt über Hilfsangebote informiert werden. Durch Hausbesuche und enge Kooperation der Ämter mit allen Berufsgruppen, die regelmäßig mit jungen Menschen beschäftigt sind, sollen mögliche Fälle von Kindeswohlgefährdungen frühzeitig entdeckt und entsprechend reagiert werden. Bei Anhaltspunkten für eventuelle Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen können Bürger bei Krisentelefonen anrufen und Hinweise geben. In Treptow-Köpenick ist dies beispielsweise unter der (030) 90 297 – 55 555 möglich.

Oliver Igel, Vorsitzender der SPD-Fraktion Treptow-Köpenick, resümiert die Ergebnisse der Veranstaltung mit folgenden Worten:
„Die Politik und insbesondere die SPD ist sich ihrer Verantwortung gegenüber hilfsbedürftigen Kindern und Jugendlichen bewusst. Das neue Gesetz beweist, welche Anstrengungen in Berlin in dieser Frage unternommen werden. Auch in unserem Bezirk gibt es leider immer wieder Fälle von Kindesmisshandlungen. Hier dürfe nicht weggesehen, sondern müsse gehandelt werden.
Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass es zu Beginn des Jahres beinahe zu einer Schließung des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes in Altglienicke durch die zuständige Stadträtin der LINKEN gekommen wäre. Diese Entscheidung ging an der BVV vorbei. Erst auf Antrag der SPD-Fraktion konnte die Schließung vorerst gestoppt und eine Diskussion darüber im Fachausschuss ermöglicht werden.
Das zeigt, wie wichtig uns das Thema Kinderschutz ist. Wir werden uns auch weiterhin dem Thema annehmen und das Gespräch mit den Bürgern suchen.“